Zwischen Wendlingen/Köngen und Wernau liegen die Naturschutzgebiete "Wernauer Baggerseen" (ausge-wiesen im Juni 1981, Größe ca. 32 ha) und "Neckarwasen" (ausgewiesen im März 1992, Größe ca. 13 ha). Beide Schutzgebiete grenzen direkt aneinander und bilden eine Einheit. Kleinere Teile der beiden Schutzgebiete liegen auch rechts des Neckars, wobei der in diesem Bereich kanalisierte Neckar vom Schutz ausgenommen ist.
Der NABU (früher Deutscher Bund für Vogelschutz) setzte sich seit langem für den Schutz der Gebiete ein, indem er er z. B. 1978 zusammen mit anderen Verbänden mehr
als 15.000 Unterschriften "Für ein Naturschutzgebiet Wernauer Baggerseen" sammelte und diese dem damaligen Regierungspräsidenten Bulling übergab.
Seit der einstweiligen Sicherstellung des großen Baggersees im Juni 1979 kümmert sich der NABU um die Seen, seit Juli 1983 im amtlichen Auftrag des
Regierungspräsidiums Stuttgart. Bis heute führen wir im Januar und Februar Pflegeeinsätze an den Seen durch, an denen sich jeder an der Natur Interessierte beteiligen kann. Während der
Vegetationszeit werden die Gebiete von Schafen und Ziegen beweidet.
Die Naturschutzgebiete sahen nicht immer so aus, wie auf den beiden Luftbildern aus dem Jahre 2007 zu sehen. Lange Zeit
prägten eine Fertigbeton- und eine Asphalt-Mischanlage, sowie Lagerplätze für Betonrohre und Baumaterialien, die ehemalige Bundesstraße 313 und sogar ein Testgelände für Mercedes PKW und LKW das
Bild.
Durch eine zweite Unterschriftenaktion in den Jahren 1984/85, mit dem Titel "Ja zum Naturschutzgebiet, ohne Betonmischanlage und ohne Autoteststrecke", an der sich sogar rund 20.000 Bürger
beiteiligten, konnte erreicht werden, dass die meisten der Störfaktoren nach und nach beseitigt wurden. Was die Autoteststrecke anbelangt, dauerte es allerdings bis ins Jahr 2022, bis diese
endgültig stillgelegt und zurückgebaut wurde.
(alle Fotos © Roland Appl)
Die jüngste Entwicklung an den Wernauer Baggerseen ist jedoch die, dass das ehemalige Daimler-Testgelände nicht dem Naturschutzgebiet zugeschlagen wird, sondern dass dort eine ca. 5 ha große Freiflächen-Photo-voltaikanlage gebaut werden soll. Die Rodungsarbeiten auf dem großteils mit Bäumen und Sträuchern bewachsenen Gelände sind inzwischen nahezu abgeschlossen. Durch zahlreiche Stellungnahmen und einen Widerspruch des Landesnaturschutzverbandes konnte wenigstens erreicht werden, dass ein schmaler Pufferstreifen zwischen Naturschutzgebiet und Solaranlage verbleibt.
(alle Fotos © Roland Appl)
(alle Fotos © Roland Appl)